Besondere Betreuung von Menschen mit Demenz

Die Zahl der Bewohner mit Demenzerkrankungen nimmt in deutschen Seniorenpflegeheimenen seit Jahren stetig zu. Gehirnorganische Veränderungen können dafür ebenso Ursache sein wie altersbedingte Abbauprozesse des Körpers.

Trotz der Entwicklung neuartiger Medikamente (Anti-Dementiva) kann der Krankheitsverlauf der Demenz langfristig nicht gestoppt werden, so dass es für uns wesentlich darauf ankommt, den betroffenen Bewohnern ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich trotz ihrer Orientierungslosigkeit wohl und angenommen fühlen können. Dabei kommt der wertschätzenden und annehmenden Grundhaltung der Menschen, die die demenziell erkrankten Bewohner begleiten, eine ganz besondere Bedeutung zu. Aber auch das angemessene Betreuungs- bzw. Begleitungskonzept ist für die Lebensqualität, die die betroffenen Bewohner erfahren, sehr entscheidend.

intensive Hilfe bei demenzkranken Menschen

Im Franziska-Schervier-Heim wurde im Wohnbereich II eine besondere Gruppe für mobile schwer- und schwerstdemenzerkrankte Bewohnerinnen und Bewohner eingerichtet. Hier erfahren die betroffenen Menschen eine ganz auf sie abgestimmte Betreuung und Begleitung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wohnbereichs wurden nach einem besonderen Verfahren ausgewählt und eigens für ihre besondere Aufgabe geschult. Das im Wohnbereich II angwandte Psycho-Biografie-Modell geht auf den österreichischen Professor Erwin Böhm zurück. Mit der von ihm gegründeten Gesellschaft enpp pflegen wir eine sehr enge Kooperation. Unser Wohnbereich wurde erstmals im Jahre 2005 erfolgreich nach den strengen Vorgaben und Standards der enpp zertifiziert. Eine ausführliche Beschreibung des "Böhm-Konzeptes" können Sie hier Startet den Datei-Downloadherunterladen.

Die Arbeit nach dem Psychobiografie-Konzept hat zur Folge, dass die demenzerkrankten Menschen in ihrem so-sein angenommen und respektiert, ja sogar bestätigt werden, ohne dabei ihre Würde zu verletzten und an Authentizität zu verlieren. Menschen mit Demenzerkrankungen entwickeln sich in ihrem Erinnerungs- und Orientierungsvermögen regressiv zurück und durchleben die verschiedenen Stadien ihres Lebens gleichsam zum zweiten Male. Um Zugang zu diesen Bewohnern zu finden, kommt es daher darauf an, ihnen ein Umfeld zu schaffen, das ihnen quasi eine Brücke in die Zeit baut, in der sie sich gerade befinden. Alte Erinnerungsstücke, Mobiliar und Einrichtungsgegenstände aus der jeweiligen Zeit erleichtern es den Menschen für längere Zeit, sich noch "zurecht zu finden", bevor sie möglicherweise auch in der letzten Demenzphase überhaupt nicht mehr zu erreichen sind. Damit aber können wir diesen Menschen noch für einen langen Zeitraum ihre ganz eigene Teilnahme an unserem Leben ermöglichen.

Nähere Informationen zu unserem Konzept erfahren Sie bei der Pflegedienstleitung, Frau Koch.


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