Unterstützung von Menschen mit Demenz bei der Nahrungsaufnahme gestalten

Von Christa Zeipelt, Diplom-Pflegepädagogin, Bilhildis Altenpflegeschule

Im Alter verändern sich bei vielen Menschen die Geschmacksvorlieben. Das liegt zum einen an den Geschmacksknospen der Zunge, die verschiedenen Geschmacksrichtungen anders wahr nimmt als früher, zum anderen können krankheitsbedingte Wahrnehmungsveränderungen auftreten, die die Essensaufnahme stark beeinflussen.

Diese Änderungen kann man auch bei Menschen mit Demenz beobachten.
Meist kommen aber noch eine ganze Reihe weiterer veränderter Verhaltensmuster bei Menschen mit Demenz hinzu, die dann nicht selten zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führen, die mit drastischen Gewichtsverlust verbunden sein kann. Manche Menschen verweigern ganz oder teilweise die Nahrungsaufnahme, weil sie das Essen als bedrohlich erleben. So kann es passieren, das Kräuter und feste Bestandteile der Nahrung als Fremdkörper erfahren, oder gar als Vergiftungsversuch gedeutet werden.
Oder das die betroffenen Menschen nicht mehr ruhig sitzen können und viel herum laufen.
 
Diese und andere Veränderungen bei der Nahrungsaufnahme bei Menschen mit Demenz, erlernten die Schüler und Schülerinnen im Kurs 2. Der Schwerpunkt lag dabei nicht auf den  Problemen bei der Nahrungsaufnahme sondern auf den Ressourcen der Bewohner und nach neuen Lösungswege bei der Nahrungsaufnahme zu suchen.

Das Konzept „Fingerfood“ und „Eat by walking“ hatten einige Schülerinnen schon gehört, wussten aber nicht, wie man sich das konkret vorstellen sollte.
Die Lernenden konnten in einer Literatur- und Internetrecherche ihr Wissen zum Thema vertiefen, um dann ein eigenes Fingerfood –Konzept zu erarbeiten, das die regionalen und biografischen Besonderheiten eines Bewohners berücksichtigt. Wichtig war es den Bewohner in die Herstellung des Fingerfoods einzubeziehen und so seine Ressourcen sinnlich zu erschließen.

Dass das Konzept Fingerfood, eine mögliche Lösung auf die veränderten Essverhalten der Menschen mit Demenz sein kann, erlebten die Schüler und Schülerinnen dann in der Umsetzung.
Gemeinsam wurden die unterschiedlich erarbeiteten Konzepte  Fingerfood und eine Eat by walking, in der Schule hergestellt. Im Rollenspiel das Verhalten eines Menschen mit Demenz nachgestellt und eine sinnliche Aktivierung eines Bewohners simuliert. Die genussvolle und anregende Zubereitung der Speisen, die Atmosphäre der jahreszeitlichen Tischdekorationen, ließ die Unterstützung von Menschen mit Demenz bei der Nahrungsaufnahme, zu einer besonderen Erfahrung werden. Es duftete in der ganzen Schule, das gemeinsam hergestellte Fingerfood  machte Appetit nicht nur weil es einladend aussah und roch,  sondern auch weil bei der Aktivierung eines Bewohners, Hände, Herz und Hirn in alten Zeiten (Kindserinnerungen der SchülerInnen) schwelgen konnten.

Fingerfood stimuliert alle Sinne und verschafft zu dem einen unmittelbaren Zugang zu früheren Erlebnissen der Bewohner. Es ermöglicht den Menschen mit Demenz leicht ihre vorhandenen  Ressourcen sinnlich zu begreifen und zu nutzen, gleichzeitig wird eine so eine   ausreichende Nahrungsaufnahme gesichert.


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