Besuch des „Zugs der Erinnerung“
„Durch Deutschland fährt ein Zug und sucht nach den Spuren vieler zehntausend Kinder. Ihr Leben war kurz. Oft blieben nur Namen, die in Archiven vergilben. Ihre Fotos und Briefe kennen wir kaum.“ ( aus dem Flyer zum Zug der Erinnerung)
Dieser Zug will an die mehrere hunderttausend Kinder erinnern, die von den NS- Behörden zwischen Oktober 1940 und Dezember 1944 unter dem Decknamen DA („David“) mit Zügen der Reichsbahn deportiert wurden.
Der Zug will gegen das Vergessen wirken, denn die Ermordung dieser Kinder, jüdische Kinder, Sinti und Roma und Kinder von Eltern, die gegen die Nazis kämpften, ist eine der grausamsten Taten des NS-Regimes.
Mit der Ausstellung im Zug sollen die Namen, die Gesichter und die kurze Lebensgeschichte dieser Kinder in Erinnerung gerufen werden und vor dem Vergessen bewahrt. Was erinnert noch an sie? Wo haben sie gelebt und welche Spuren haben sie hinterlassen?
Hätten sie leben dürfen, wären sie vielleicht einer der Menschen, die heute von Altenpflegern/innen betreut würden.
Das Gedenken an diese Kinder durch die Chance hier in Mainz diesen „Zug der Erinnerung“ besuchen zu können, ist eine sonst nicht mögliche Herangehensweise an das so wichtige Thema Biografie und Biografiearbeit in der Altenpflege und in der Ausbildung zur/m Altenpfleger/in.
Der Besuch war für alle ein bedeutsames, aber auch bedrückendes Erlebnis, das keiner missen möchte.
U. Mathias
Einige Gedanken und Notizen von Schülern zum Besuch des „Zugs der Erinnerung“:
Für mich war die gesamte Situation, die Erklärung vor dem Zug, warum es diesen Zug gibt und auch das Gesehene und Erlebte im Zug sehr bedrückend. Es gab zwei Briefe bzw. Gedichte, die sehr berührt haben: der eine mit der Überschrift „Liebe bis zum Tod“, in dem man sich ein gemeinsames Leben mit einem geliebten Menschen wünscht und das andere mit der Überschrift „Ich will leben“.
Ich fand bedrückend, dass Menschen, die diese Zeit erlebt haben, nah an meiner Seite standen und das Ganze mit Tränen in den Augen angeschaut haben. (A. Abendroth)
Besonders beeindruckt haben mich die Briefe, denn die gaben den Gesichtern auf den Bildern eine Persönlichkeit. (N. Junginger)
Es ist erschreckend, wenn man sieht, dass die Kinder und Jugendliche teilweise nicht viel jünger als manch einer von uns war. Die einzelnen Lebensgeschichten, die teilweise so kurz waren, aber so erschreckend. (L. Härer)
Vor allem ein Bild ist mir in Erinnerung geblieben: eine Mutter mit ihren zwei kleinen Mädchen. Eines hält sie auf dem Arm, die andere umklammert die Mutter im Stehen. In dem Text dazu: alle drei starben im KZ, die Mädchen alleine in Auschwitz. (I. Tietböl)
Ich finde es gut, dass es so etwas gibt, damit diese Menschen, die solches Leid erlitten haben, nicht in Vergessenheit geraten. (M. Göbbels)
Deshalb sollte man so etwas wertschätzen und froh sein, dass es Menschen gibt, die sich damit beschäftigen. So kann man der Opfer gedenken. (V. Just)
Es darf nie in Vergessenheit geraten! Möge so eine Zeit und Situation nie wiederkommen! (R. Bury)









