Auf den Spuren jüdischer Geschichte

Exkursion durch Mainzer Neustadt

Im Rahmen des Weltgedenktages der Befreiung des KZ-Lagers in Auschwitz am 27. Januar 1945 besuchte uns Herr Goebel in unserer Schule. Nach einem anregenden Gespräch mit ihm über die Geschichte der Juden in Deutschland und Europa begannen wir unsere Exkursion auf den Spuren jüdischen Lebens in der Neustadt von Mainz. Unweit von unserer Fachschule für Altenpflege St. Bilhildis in der Josefsstraße stand die Synagoge, die während der Pogromnacht geschändet und zerstört wurde. Hier findet man eine Gedenktafel und einzelne Säulen-Überreste der ehemaligen Synagoge. Mit Freude nahmen wir Schüler zur Kenntnis, dass bald wieder eine neue Synagoge auf diesem historischen Platz gebaut werden soll.

Nur ein paar Schritte weiter führte uns Herr Goebel dann zur Turnhalle der Goetheschule, wo Anfang September 1942 die Sammlung und der Abtransport  jüdischer Bürger aus Mainz und der Umgebung vorbereitet und durchgeführt wurde. Viele unserer Schüler/-innen waren über diese schreckliche Vorgehensweise der Nationalsozialisten sehr erschüttert, vor allem darüber, wie viele Menschen in dieser kleinen Halle zusammengedrängt wurden.
Von hier aus liefen wir den Weg, den auch die jüdischen Mitbürger auf dem Weg zu den Verladerampen am Güterbahnhof gehen mussten. Unter der Eisenbahnunterführung Goethestraße war die Stimmung sehr gedrückt. Schließlich erreichten wir den Güterbahnhof und zwar auf dem Kopfsteinpflaster, auf dem die Deportierten auch schon gegangen waren. Hier endete eine 1000-jährige Geschichte Jüdischen Lebens in Mainz mit dem Abtransport von Männern, Frauen und Kindern in die verschiedenen Konzentrationslager.

Unsere letzte Station war der jüdische Friedhof, der nur ein paar Meter weiter entfernt liegt. Herr Goebel ging an dieser Stelle auf verschiedene Fragen von uns ein, bevor wir dann mit vielen Eindrücken zurück in die Schule gingen.
Wir sind Herrn Goebel sehr dankbar dafür, dass er uns mit einem kleinen Einblick die jüdische Geschichte in Mainz näher gebracht hat, und wir freuen uns auf die neuen Nachbarn, die Beter und die Besucher der neuen Synagoge.

(Anja Jouaux, Andreas Höll und Dietmar Meister in Vertretung des 2. Kurses der Altenpflegeschule St. Bilhildis)


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